Als "einen tarifpolitischen Durchbruch", der den Beschäftigten bis spätestens 2017 die volle Tarifangleichung an das Niveau der anderen Bundesländer garantiere, hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verabredeten Eckpunkte zur Tarifanpassung bezeichnet. Endlich würden auch die letzten Unterschiede zwischen Ost- und Westbeschäftigten abgebaut. Wowereit appellierte an die Gewerkschaftsmitglieder, dem Verhandlungsergebnis bei den jetzt bevorstehenden Basisbefragungen zuzustimmen. "Mit der schrittweise Angleichung an die Regelungen der anderen Länder werden den Berliner Beschäftigten für die bevorstehenden Jahre deutliche Tarifsteigerungen garantiert."
Vom 01.08.2011 an sollen die Beschäftigten 97,0 % des Niveaus der anderen Länder erhalten. Dies entspricht nach Angaben des Senats einer durchschnittlichen Tarifsteigerung von 3,1 %. Zusätzlich wird die für das Jahr 2011 von der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) vereinbarte Tarifsteigerung vom Land Berlin zum 1. Oktober 2011 übernommen. Berlin beabsichtigt, bis zum 31.12.2011 wieder Mitglied in der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) zu werden - mit der Wirkung, dass ab diesem Zeitpunkt alle künftigen Tarifsteigerungen der TdL automatisch übernommen werden. Um 100 % des Niveaus der anderen Länder zu erreichen, wird das Land Berlin in den Jahren 2013, 2014 und 2015 einen Anpassungsbetrag von jeweils mindestens 0,5 % zahlen - zusätzlich zu den Abschlüssen der TdL. Mindestens jedoch wird den Beschäftigten eine Tarifsteigerung von insgesamt 2 % garantiert. Falls die TdL-Tariferhöhungen sehr gering ausfallen, würde Berlin die 100% damit sogar schon vor 2017 erreichen. Ab 01.08.2011 entfallen die Unterschiede zwischen West- und Ostbeschäftigten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt dann für alle Angestellten 39 Stunden (bisher: 38,5 West und 40 Ost). Die Regelungen des Tarifrechts West einschließlich der Unkündbarkeit gelten auch im bisherigen Tarifgebiet Ost.
Klaus Wowereit: „Die Eckpunkte wurden mit den Spitzen der beteiligten Gewerkschaften ausgehandelt. Kommt es auf dieser Basis jetzt nicht zum Tarifvertrag, dann wäre die Angleichung an den Tarifvertrag der Länder gescheitert. Es bliebe nur noch der Weg, neu mit Verhandlungen über eine spezifisch Berliner Lösung zu beginnen.“