Angesichts eines Streikaufrufs hat der Regierende Bürgermeister eindringlich an die Gewerkschaften appelliert, die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst nicht auf dem Rücken der Berlinerinnen und Berliner auszutragen. "Aus Sicht des Senats sind die Tarifgespräche deshalb festgefahren, weil die Gewerkschaften untereinander uneins sind", sagte Wowereit. "Deshalb gibt es keinerlei Grund, laufende Verhandlungen nun einseitig aus der Perspektive einzelner Gewerkschaften durch Streikaktionen zu belasten. Es dient nicht der Sache, sondern führt nur zur Belastung der Berlinerinnen und Berliner. Dafür fehlt mir jedes Verständnis."
Bei den Tarifgesprächen in der Vorwoche hatte kein Einvernehmen über den Wiedereintritt Berlins in die Tarifgemeinschaft der Länder und damit für die Übernahme des Tarifvertrages der anderen Bundesländer erzielt werden können. Während drei Gewerkschaften und der Beamtenbund dem entsprechenden Vorschlag des Senats folgen wollten, wollte die Gewerkschaft verdi das für Gemeinden und Städte geltende kommunale Tarifrecht für Berlin durchsetzen. Innensenator Körting kündigte daraufhin an, der Senat werde nun auf der Basis des in Berlin künftig weiter geltenden Bundesangestellten-Tarifvertrages ein Angebot erarbeiten, in welcher Höhe und zu welcher Zeit die Vergütungen der Tarifangestellten erhöht werden können.